Ein spontaner Entscheid meiner Frau führt uns am 3. Februar 2026 mit dem Bus bis auf die Breite in Winterthur und von da laufen wir bei Nieselregen gemütlich mit Enkelbegleitung zum Wildpark Bruderhaus.

Ich habe meine Canon und das 100-400 Telezoom dabei. Ich wähle folgende Einstellungen und fotografiere ausschliesslich aus der Hand:

  • bei den Mufflons: Verschlusszeit ist immer 1/400 s, ISO 200 - 800 wird von der Automatik gewählt, je nach den Lichtverhältnissen. Blende f 5. Brennweite 100-280 mm.
  • beim Luchs: 1/400 s, ISO 1600-2500 wird von der Automatik gewählt,, f 5, Focus 135-160 mm. Bei ISO 2500 macht sich Rauschen bemerkbar, das ich mit meinem Denoise-Programm nachträglich etwas glätten muss.

Mit den Aufnahmen bin ich sehr zufrieden. Vor allem die Luchsbilder freuen mich. Oft zeigt sich der Luchs ja gar nicht. Und das Fotografieren durch das Maschengitter hat auch seine Tücken: Es gilt, das Gitter optisch zum Verschwinden zu bringen. D.h.

  • nahe ans Gitter gehen, was aber durch den Holzzaun am Wegrand verhindert wird, also Kamera mit Live-View auf dem Schwenkmonitor weit nach vorne halten, was wiederum die Verwackelungsgefahr durch Ermüdung erhöht
  • grosse Brennweite, aber der Luchs soll noch in ganzer Grösse abgebildet werden, also unter 200 mm
  • Blende voll offen, was bei schwachem Licht sowieso gegeben ist
  • aufpassen, dass der Autofokus-Punkt nicht auf das Gitter fällt, weil sofort der ganze Luchs unscharf wird

Während den ersten Minuten hat sich der Luchs immer nach hinten abgewendet. Nicht so fotogen. Manchmal reagieren Tiere dann auf das Klicken der Kamera. Der Luchs nicht, er schaut nach hinten. Ich brauche Geduld, Susan auch, der Enkel auch und mahnt zum Gehen. Wir treffen uns etwas später auf dem Spielplatz.

Die Geduld hat sich für den Fotografen gelohnt.

Im Restaurant gesellt sich Susan's ältester Sohn zu uns und zusammen geniessen wir ein feines Nachtessen in ruhiger Atmosphäre.